Drei Fragen an den Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin eG | 200 Jahre Raiffeisen

Sicherheit geben, Zusammenhalt fördern

Drei Fragen an den Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin eG

Der Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin eG hat fast 9.000 Wohnungen in der Hauptstadt. Vorstand Sven Einsle erklärt, warum der Name trügerisch ist und die Genossenschaft nicht nur für Witwen und ledige Töchter Töchter geeignet ist.

Warum brauchen Beamte ihren eigenen Wohnungsverein?

Ende des 19. Jahrhunderts war die Wohnungssituation in Berlin desolat. Viele Beamte mussten den Großteil ihrer Einkünfte auf Wohnraum verwenden. Die 1900 gegründete Genossenschaft sollte die wohnliche Versorgung von „Beamten, deren Witwen und ledigen Töchtern“ fördern. Schon seit 1910 wird auch an Nicht-Beamte vermietet. Damals gab es schon wieder Leerstand.

Sind die Ziele des Vereins immer noch aktuell?

Unbedingt. Mehr als zwölf Prozent am Mietwohnungsbestand in Berlin stehen im Eigentum von Genossenschaften. Mit unterdurchschnittlichen Mietentgelten ist ihnen eine sehr klare mietendämpfende Wirkung zuzurechnen. Aber auch auf die Stabilisierung der Quartiere hat die genossenschaftliche Unternehmensform positiven Einfluss, gleiches gilt für soziale und energetische Impulse.

Wie profitieren die Mitglieder?

Die Genossenschaften pflegen vorbildlich ihre Wohnungsbestände, dämpfen die Betriebskostenentwicklung und bieten ihren Mitgliedern demokratische Mitbestimmung. Ich kenne kein anderes Segment des Mietwohnungsbereichs, welches moderner und den Menschen zugewandter agiert.

Dieser Beitrag ist zuerst im Genossenschaftsmagazin gemeinsam erschienen.