VillageOffice | 200 Jahre Raiffeisen

Kräfte bündeln, gemeinsam mehr erreichen

Arbeiten, wo ich zu Hause bin

Jeden Tag zur Arbeit pendeln? Das ist bald nicht mehr nötig. Die Schweizer Genossenschaft VillageOffice bringt den Arbeitsort zurück zum Wohnort. Mit einem unternehmerischen Ansatz bietet sie damit eine Lösung für ein gesellschaftliches und ökologisches Problem.

Die Idee des VillageOffice-Mitgründers Gürdal Cakicioglu ist bestechend einfach: Die Digitalisierung der Arbeitswelt erlaubt es, wieder in der Nähe des Wohnortes zu arbeiten. Ein VillageOffice ist ein lokal organisierter, gemeinschaftlich genutzter Arbeitsort, der einen Nährboden für lokale Wertschöpfung bietet. Als Visionär verfolgte Cakicioglu diese Idee bereits seit 1997. Im Februar 2016 entstand daraus die VillageOffice Genossenschaft. Heute arbeiten dank der Unterstützung des Förderfonds Engagement Migros und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zehn Partner gemeinsam an der Umsetzung dieser Idee.

Weniger Mobilität, mehr Lebensqualität

VillageOffice packt das Pendlerproblem an der Wurzel an. Bereits heute ist die Hälfte der Arbeitnehmer in der Lage, ortsunabhängig zu arbeiten. Dennoch stauen sich täglich die Autos und die Züge sind überfüllt. Die Antwort liegt nicht in einem ständigen Ausbau der Mobilitätsinfrastruktur. Es braucht eine sinnvolle Alternative.

Mit VillageOffice verlässt ein Angestellter am Morgen das Haus und erreicht innerhalb von 15 Minuten seinen Arbeitsplatz. Er trifft dort auf Menschen aus unterschiedlichen Unternehmen, mit denen er nicht nur die Infrastruktur teilt, sondern sich auch mit ihnen austauscht. Der Pendelstress fällt weg, er hat mehr Zeit für Familie, Hobbys oder freiwilliges Engagement. Das Resultat: Mehr Lebensqualität, höhere soziale lokale Integration und Wohlbefinden.

Ein inspirierender Arbeitsort im ersten VillageOffice (Kunzwerk, Windisch/AG, Schweiz)
Foto: Ruben Wyttenbach www.villageoffice.ch
Um die Ecke denken? Auch das ist im VillageOffice möglich.
Foto: Roland Juker www.rolandjuker.ch

Nutzen für Unternehmen

Flexibles Arbeiten ist auch für Unternehmen ein wichtiges Thema geworden. VillageOffice bietet mit der sogenannten Coworking Experience einen begleiteten Einstieg in die moderne Arbeitswelt. das Programm dauert ein Jahr und ist wissenschaftlich begleitet. Die ersten acht Unternehmen sind im September 2017 gestartet - zu den Pionieren gehört auch Raiffeisen Schweiz, die das Projekt bereits in einer sehr frühen Phase unterstützt hat.

In Zukunft können Unternehmen das VillageOffice-Netzwerk im Abomodell nutzen. Flexibel buchbare Abos und Arbeitsplätze sind deutlich günstiger als fixe Büros. Damit gelingt die Quadratur des Zirkels: Sie können Kosten senken und gleichzeitig die Attraktivität als Arbeitgeber steigern.

Lokale Wertschöpfung

Gemeinden sind vom Konzept VillageOffice angetan, denn ein VillageOffice belebt den Ortskern und hält Wertschöpfung in der Gemeinde. VillageOffice begleitet bereits mehrere Projekte in der ganzen Schweiz. Eines davon  ist die Stadt Lichtensteig. “Wir als Gemeinderat sind die Geburtshelfer für das VillageOffice in Lichtensteig. Mit guten Rahmenbedingungen fördern wir engagierte, lokale Gemeinschaften und verbinden sie mit überregionalen Angeboten zu einem Dorfplatz vernetzter Dienstleistungen”, sagt Stadtpräsident Mathias Müller.

„Zuerst wollten wir eine AG gründen, weil wir die anderen Rechtsformen gar nicht wirklich kannten. Je mehr wir mit möglichen Partnern sprachen, desto klarer wurde es, dass VillageOffice nur mit einem kooperativen Modell umgesetzt werden kann.”

David Brühlmeier
Mitgründer und Geschäftsleiter von VillageOffice

Wieso eigentlich eine Genossenschaft?

„Zuerst wollten wir eine AG gründen, weil wir die anderen Rechtsformen gar nicht wirklich kannten. Je mehr wir mit möglichen Partnern sprachen, desto klarer wurde es, dass VillageOffice nur mit einem kooperativen Modell umgesetzt werden kann”, sagt David Brühlmeier, Mitgründer und Geschäftsleiter von VillageOffice. Der Genossenschaftsgedanke wurde somit zum Fundament des Projektes.

Große Vision

Die Vision von VillageOffice ist ambitioniert: Bis 2030 soll man in der Schweiz innerhalb von 15 Minuten das nächste VillageOffice erreichen können. Zu Fuss, mit dem Fahrrad, oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ist so ein Konzept auch in Deutschland denkbar? David Brühlmeier ist davon überzeugt. “Erste Gespräche im grenznahen Ausland haben bereits stattgefunden”.

Und es geht noch weiter. VillageOffice geht über Coworking hinaus. Die Themen Soziales, Architektur und Mobilität sind weitere Themen, die in den nächsten Jahren adressiert werden. Bleiben Sie dran, bleiben Sie gespannt!