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Im Netz zu Hause

Hinter der Endung .de, die Internetdomains in Deutschland verortet, steckt die Genossenschaft DENIC. Vor zwanzig Jahren starteten einige Idealisten das Unternehmen, das heute alle der mittlerweile 16 Millionen .de-Domains verwaltet.

„Die .de-Domains zu verwalten, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Jörg Schweiger
Mitglied des Vorstands der DENIC

Ein Punkt und zwei Buchstaben machen den feinen Unterschied – die Adresse lautet nicht .com, nicht .info oder .net. Es ist .de, die Länderkennung, auf die heute über 16 Millionen Adressen im Netz enden. Für Menschen in Deutschland gehört das „.de“ zur E-Mail oder Website dazu – ob bei kommerziellen Onlineanbietern oder der privaten Homepage. Wer einen neuen Webauftritt anmelden will, hofft, dass .de noch zu haben ist – sie ist das „Made in Germany“ unter den  Domains der Welt. Nur mit .com und .cn in China sind mehr Domains registriert.


Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

„Als wir mit der Arbeit begonnen haben, waren Idealisten am Werk“, berichtet Jörg Schweiger, Mitglied des Vorstands der DENIC, die die .de-Domains verwaltet. In der Pionierzeit ab Mitte der 80er-Jahre nutzten vorwiegend Informatiker und Wissenschaftler das Internet und damit auch die Endung .de, um untereinander zu kommunizieren. Es dauerte allerdings noch bis in die frühen 90er-Jahre, bis rund 1.000 Domains registriert waren und die ersten deutschen Provider 1996 den Interessenverband Deutsches Network Information Center, kurz: DENIC, gründeten als Genossenschaft. „Der Betrieb sollte keinen Profit abwerfen, sondern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe definiert sein“, beschreibt Schweiger die Motivation der Gründer. 


Immer, überall und in Sekundenbruchteilen

Heute beschäftigt die DENIC an ihrem Sitz in Frankfurt am Main gut 100 Menschen. Mitglieder sind rund 300 Genossen aus Unternehmen und Organisationen, die Internetdienstleistungen, insbesondere die Verwaltung von Domains, anbieten. Ein Viertel davon ist international. „Das zeigt, dass sich das genossenschaftliche Modell der Selbstverwaltung bewährt hat und auch grenzübergreifend erfolgreich funktioniert“, sagt Schweiger. Aufgabe der Genossenschaft ist es, verlässlich sicherzustellen, dass Menschen immer und überall auf der Welt in Bruchteilen von Sekunden auf Internetangebote mit der Endung .de zugreifen können. 

Social Media hin oder her – erst eine eigene Domain macht schließlich unabhängig in der Gestaltung der individuellen digitalen Identität. „Wenn man ein Haus baut, baut man es auf sein eigenes Grundstück“, sagt Schweiger zum Vergleich. Wieso also persönliche Daten bei Dritten ablegen, wenn ein eigenes .de so nah ist?