200 Jahre Friedrich Wilhelm Raiffeisen | 200 Jahre Raiffeisen

200 Jahre Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Zum 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen

200 Jahre? Das kann nicht sein. So jung und modern kommt die Genossenschaftsidee daher. Und doch: zwei Jahrhunderte alt wird einer ihrer Begründer, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, heute.

Der Geburtstagscountdown läuft bereits seit 88 Tagen: Seit Anfang des Jahres befinden wir uns im Raiffeisen-Jahr und nun endlich, am heutigen 30. März, ist es so weit: Mit dem Geburtstag des Reformers erreicht das Jubiläumsjahr einen Höhepunkt.

Als Gast auf Friedrich Wilhelms Geburtstagsfeiern

Begeben wir uns auf eine kleine Zeitreise und besuchen wir die runden Geburtstage des Jubilars: Der junge Friedrich Wilhelm wird kurz nach Ostern 1818 als eines von neun Kindern der Eheleute Gottfried Friedrich und Amalie Raiffeisen geboren. Im beschaulichen Hamm an Sieg ist Friedrich Wilhelms Vater Gottfried Friedrich 1818 Bürgermeister.

Mit zehn Jahren lebt Friedrich Wilhelm noch immer in Hamm: Nachdem der Vater aufgrund einer Krankheit seinen Bürgermeisterdienst quittieren muss, wächst er in einfachen Verhältnissen auf. Eine große Geburtstagsfeier wird er wohl nicht veranstalten – die Armut der Familie verhinderte sogar eine höhere Schulbildung des begabten Jungen: Sein Patenonkel fördert ihn aber weit über das Schulwissen der Zeit hinaus.

Zum 20. Geburtstag müssen wir zum Feiern in die Kaserne: Seinen 20. Geburtstag feiert Raiffeisen beim Militär – er wird in diesem Jahr zum Unteroffizier befördert und zur Inspektionsschule nach Koblenz kommandiert, was als Auszeichnung gilt. Ein Augenleiden verhindert jedoch eine weitere Militärlaufbahn, sodass Friedrich Wilhelm seine Karriere bald darauf in der preußischen Verwaltung fortsetzen muss.

Ein Geburtstagsfest zum Dreißigsten in Weyerbusch

Zehn Jahre später feiern wir Raiffeisens 30. Geburtstag. Da hat er bereits Frau und Kinder – und ist Bürgermeister von Weyerbusch im Westerwald. Dort gründet er aus einer Notsituation heraus den „Weyerbuscher Brodverein“, einen ersten Vorläufer der heutigen Genossenschaften. Seine Tätigkeit bleibt auch seinen Vorgesetzen nicht verborgen und kurz nach seinem dreißigsten Geburtstag wird Raiffeisen in einen größeren Ort, die Nachbarstadt Flammersfeld versetzt.

1858 begrüßt uns Friedrich Wilhelm Raiffeisen im Bürgermeisteramt in Heddesdorf – und hat am 30. März bereits 40 Kerzen auszupusten. In Heddesdorf gründet er den „Heddesdorfer Wohltätigkeitsverein“, der heute nach einer Umgründung zum „Heddesdorfer Darlehenskassenverein“ als erste Genossenschaftsbank nach unserem heutigen Verständnis gilt.

Im Jahr seines fünfzigsten Geburtstags gibt es für Friedrich Wilhelm noch einen zweiten Jubeltag: Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratet Raiffeisen zum zweiten Mal. Aufgrund seiner Krankheit ist er inzwischen pensioniert. Doch seine Mission, die genossenschaftliche Idee weiterzuverbreiten, geht weiter.

Über den Tod hinaus – Raiffeisens Idee lebt

Mit 60 Jahren ist Friedrich Wilhelm Raiffeisen ein gefragter Mann – und hat wohlmöglich gar keine Zeit zum Feiern: In der Rheinprovinz existieren mehr als 100 Vereine, von denen Raiffeisen immer wieder als Berater und Referent angefragt wird.

Zu Beginn des Jahres 1888, in dem er seinen 70. Geburtstag feiern soll, ist Friedrich Wilhelm Raiffeisen schwer krank – er hat eine Lungenentzündung. Am 11. März, knapp drei Wochen vor seinem runden Geburtstag, stirbt Raiffeisen in Heddesdorf.

130 Jahre später, im Jahr 2018, müssen wir nicht mehr in den Westerwald reisen, um Friedrich Wilhelm Raiffeisen zu feiern, denn er ist überall: Seine Idee ist weit über die Grenzen des Westerwalds bekannt: Alleine in Deutschland sind 22,6 Millionen Menschen Mitglied einer Genossenschaft, weltweit sind es über eine Milliarde – Friedrich Wilhelm Raiffeisen sei Dank!

Zum 200. Geburtstag wird der Reformer mit einem ganzen Jubiläumsjahr geehrt. Wir stoßen an und gratulieren von Herzen: Mensch Raiffeisen, starke Idee!

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