200 Jahre Raiffeisen

Genossenschaftsidee erhält UNESCO-Urkunde

Immaterielles Kulturerbe der Menschheit

Die UNESCO hatte die Genossenschaftsidee in die „Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufgenommen. Am 11. Mai 2017 überreichte Staatsministerin Maria Böhmer bei einem Empfang in Berlin die offizielle Urkunde an die Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft und die Deutsche Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft. Die beiden Gesellschaften hatten die Nominierung der Genossenschaftsidee gemeinsam vorangetrieben.  

 

Bei einem feierlichen Empfang im Haus der DZ BANK am Pariser Platz in Berlin übergab Staatsministerin Maria Böhmer offiziell die Urkunde. Es war ein feierlicher Anlass, schließlich war die Genossenschaftsidee der erste deutsche Antrag überhaupt, der als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt wurde. Mehr als 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren live vor Ort.

Maria Böhmer erinnerte sich an die Tage im November als in Addis Abeba die Entscheidung der UNESCO fiel. Sie erzählte von dem Krimi und der großen Spannung. Die positive Entscheidung löste große Freude aus. Schließlich sei die Genossenschaftsidee ein besonders wertvolles kulturelles Erbe, das eine große Zukunft habe. Böhmer erklärte die Basis der Genossenschaften mit einem Zitat Friedrich Wilhelm Raiffeisens: „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele“.

Werner Böhnke blickte auf das große Raiffeisen-Jahr 2018 voraus. Er ist Vorsitzender der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft: „Für uns ist die UNESCO-Auszeichnung eine wunderbare Hinführung auf das große Jubiläumsjahr 2018. In diesem Jahr wäre Raiffeisen 200 Jahre alt geworden. Auch dieses Ereignis wird für uns Anlass sein, die Bedeutung der Genossenschaftsidee für Gegenwart und Zukunft herauszustellen. Im Übrigen ist die Anerkennung durch die UNESCO eine Würdigung all derer, die sich weltweit in Genossenschaften engagieren.“

 

v.l.: Axel Viehweger (Deutsche Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft), Stefan Krawielicki (Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der UNESCO), Manfred Wilde (Stadtverwaltung Delitzsch), Verena Metze-Mangold (Deutsche UNESCO-Kommission), Werner Böhnke (Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft), Maria Böhmer (Auswärtiges Amt), Josef Zolk (Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft)
Foto: RAIFFEISEN 2018 Organisationsbüro

Wie werden die Werte Friedrich Wilhelm Raiffeisens in der Praxis unter jungen Menschen gelebt? Das präsentierte Bernhard Meffert mit Christoph und Lea vom Raiffeisen-Campus. Die Schule wurde im August 2011 eröffnet. Mit leuchtenden Augen erklärte Christoph auf der Bühne, er erlebe jeden Tag, dass man gemeinsam mehr schafft als alleine. Lea hat bereits vor zwei Jahren ihre erste Schülergenossenschaft gegründet. Beide finden, dass Raiffeisen „ein ziemlicher cooler Typ“ war.

Der Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Christoph Wulf, diskutierte im Gespräch mit Praktikern aus der Genossenschaftswelt die Aktualität der Genossenschaftsidee. Das Immaterielle Kulturerbe der Menschheit leiste heute sehr viel. Weltweit sind bereits mehr als 800 Millionen Menschen Mitglied in einer Genossenschaft – mit steigender Tendenz. Auch Volker Wissing, stellvertretender Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, betonte die Bedeutung der Genossenschaften in Deutschland. Sie seien hilfreich für die Menschen in Deutschland. Als Beispiel nannte er die Kreditgenossenschaften, die für Finanzmarktstabilität sorgten, und Energiegenossenschaften, der „Motor der Energiewende“. 

Die offizielle Übergabe der Urkunde verdeutlicht die große Bedeutung der Genossenschaften in Deutschland und auf der ganzen Welt. Die Genossenschaftsidee und ihr Vater, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, werden im kommenden Raiffeisen-Jahr 2018 ausgiebig gefeiert. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

 

h.v.l.: Werner Böhnke (Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft), Stefan Krawielicki (Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der UNESCO), Josef Zolk (Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft), Konrad Wolf (Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz), Bernhard Meffert (Raiffeisen-Campus) zusammen mit Schülerinnen und Schülern des Raiffeisen-Campus 
Foto: RAIFFEISEN 2018 Organisationsbüro
Die starke Idee ist
Immaterielles Kulturerbe!

Der argentinische Tango, das Fladenbrot, die chinesische Heilmedizin – die UNESCO-Liste zum Immateriellen Kulturerbe lobt und schützt Meisterwerke menschlicher Schaffenskraft. Seit November 2016 zählt nun auch die Genossenschaftsidee aus dem Westerwald dazu. Lesen Sie hier mehr dazu.